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Fechten
Wie alle Verbindungen im Coburger Convent sind wir pflichtschlagend. Jeder, der das Band der Landsmannschaft Palaeomarchia aufnimmt, muß im Laufe seiner Aktivenzeit drei Partien fechten, also drei mal "auf Menur stehen". Die Anzahl der Pflichtmensuren unterscheidet sich von Verbindung zu Verbindung, der CC schreibt konkret eine Mindestanzahl von zwei Partien vor. Jedoch steht es jedem Einzelnen frei, so oft zu fechten, wie er möchte! Jede Mensur, egal wie viele man schon hinter sich hat, stellt eine körperliche und moralische Herausforderung dar. Denn obwohl ernsthafte Verletzungen faktisch ausgeschlossen sind, besteht dennoch das kalkulierbare Risiko eines "Schmisses", einer sauberen Schnittverletzung durch des Gegners Klinge. Um dieser Herausvorderung gewachsen zu sein, absolvieren wir regelmäßige Paukstunden, in denen wir uns durch intensives Training auf die Mensur vorbereiten. Obwohl durch sportliche Fairness geprägt, hat das akademische Fechten nur wenig mit dem Sportfechten gemeinsam. So ist eine Mensur beispielsweise ein reines Hiebfechten, und die Fechter stehen sich, anders als beim Sportfechten, in fester Haltung gegenüber. Den Hieben des Gegners wird nicht ausgewichen, stattdessen werden diese mit dem geschützten Fechtarm und der Waffe, dem sogenannten "Schläger", pariert. Der Körper ist vom Hals an abwärts durch Bandagen und Kettenhemd geschützt, außerdem trägt der Paukant eine vergitterte Brille mit Nasenblech, deren Lederriemen zudem die Gehörgänge bedecken. Auf diese Weise ist die Trefferfläche auf Teile von Kopf und Gesicht begrenzt. Über Sinn und Zweck der Mensur in der heutigen Zeit gibt es innerhalb der schlagenden Verbindungen unterschiedliche Ansichten. Tatsache ist, dass sowohl die Partien als auch die zahlreichen Paukstunden das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Verbindung mehr stärkt, als jede andere gemeinsame Aktivität. Außerdem wird durch die Überwindung der Hürde, sich jemandem gegenüberzustellen, der ebenfalls mit einer scharfen Waffe ficht, das Selbstbewußtsein eines jeden enorm gestärkt. Wer wirklich etwas über das akademische Fechten erfahren will, dem kann dieser Bericht lediglich einen groben Überblick verschaffen, denn die tatsächliche Faszination, den "Kick", der dahintersteht, kann man nur erfahren, wenn man selbst auf Mensur steht!
 
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