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Wer sind Wir
Unser Leben
Die Landsmannschaft Palaeomarchia Halle gehört der Martin-Luther-Universität als eine der ältesten Studentenverbindungen an. Wir sind ein Zusammenschluß von Akademikern, deren freundschaftlicher Zusammenhalt sich nicht nur auf die Hochschulzeit beschränkt, sondern für das ganze Leben gilt. Wir verpflichten uns dem Toleranzprinzip und den demokratischen Grundprinzipien. Jeder männliche Student kann ungeachtet seiner Herkunft, Nationalität, Religion, Abstammung oder Konfession Teil unserer Gemeinschaft sein. Die Landsmannschaft Palaeomarchia ist ihrer politisch neutralen Grundhaltung verpflichtet, sie hält sich frei von parteipolitischen und religiösen Bestrebungen. Sie bindet Grundwerte sowie Entscheidungsprozesse an den Demokratiebegriff. Extreme, egal welcher Richtung, haben bei uns keinen Raum. Ziel der 4 bis 5-semestrigen Aktivenzeit ist die Heranbildung toleranter und verantwortungsbewusster Bundesbrüder, die dem Bund verpflichtet sind. Gefördert werden geistige Selbständigkeit, Mut und Tatkraft. In dieser Zeit lernt man die basisdemokratischen Regeln des Conventes, dem Entscheidungsgremium einer Verbindung, die Führung der anderen Mitglieder, das selbstständige Organisieren von kleinen und größeren Veranstaltungen und das halten von freien Reden vor Publikum. In Seminaren lernt er das was im Massenbetrieb der Universität nicht möglich ist. Er repräsentiert, organisiert, verwaltet und leitet den Bund in verschiedenen Ämtern und Chargen. Nach dieser Zeit wird er inaktiver Bursch, um sich dann nur noch seinem Studium und seiner zusätzlichen Ausbildung zu widmen. Nach Abschluss des Studiums pflegt er als Alter Herr die freundschaftlichen Kontakte zur Landsmannschaft und den Bundesbrüdern. Er unterstützt Aktive und Inaktive durch Rat und Tat. Studium, Bundesbrüderlichkeit und Persönlichkeitsbildung werden durch zahlreiche Vorträge, Seminare und gesellige Veranstaltungen gefördert. Die innere Haltung, das ehrenhafte Verhalten und die bundesbrüderliche Verbundenheit werden durch Convent und Bestimmungsmensur gestärkt. Das Tragen der Farben ist äußeres und inneres Bekenntnis zum Bund. Neben all diesen Pflichten kommt der Spaß natürlich nicht zu kurz. Wir besuchen andere Verbindungen in anderen Universitätsstädten und diese besuchen uns. Die alljährlichen Fahrten zu Himmelfahrt in die Altmark und im Sommer nach Passau bringen Abwechslung in das Studentenleben. Gemütliche gemeinsame Abende finden statt, wir feiern gerne Kneipen und Partys, ob mit Motto oder ohne.
 
Geschichte
Die Palaeomarchia wurde am 3.11.1879 von Studenten aus der Altmark, speziell aus den Gymnasialstädten Stendal, Salzwedel und Seehausen, gegründet. Bald darauf nahm man erst den Namen Verbindung, später Landsmannschaft an. Im Jahre 1884 stellten wir den Antrag auf Admission (vom lateinischen Admissio für „Zulassung“, „Zutritt“) in den Coburger Landsmannschafterconvent, die Rezeption (Aufnahme) folgte im Jahr 1886. Eine wichtige Rolle spielte unsere Landsmannschaft während der Krise des Coburger LC im Jahr 1898, als die damalige Präsidierende den Coburger LC für suspendiert erklärte. Als Reaktion darauf luden wir die Verbindungen, die damit nicht einverstanden waren, zu einem Treffen nach Halle zur Rettung des LC. Da dieses Treffen von Erfolg gekrönt war, konnten wir diesen als neue Präsidierende aus der Krise führen. Im Jahr 1935 lehnt die Landsmannschaft Palaeomarchia den Übertritt in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ab. Die Aktivitas wird aufgelöst und die Altherrenschaft bleibt gestehen als „Verein ehemaliger Altmärker e.V.“. Nach dem Krieg haben wir keinen neuen Standort im Westen Deutschlands gesucht, jedoch wurde mit einer lieben und befreundeten Landsmannschaft Ulmia Tübingen ein erweitertes Freundschaftsabkommen geschlossen, welches neben einigen anderen Dingen besagte, dass die jeweiligen Chargierten der Ulmer unser Band als Traditionsband trugen und dieses auch behalten durften, sofern sie eine Partie darauf fochten. Außerdem nahmen viele unserer Alten Herren das Ulmerband auf. Im Jahre 1983 bot sich dann die Chance auf eine eigene Aktivitas, als die im Jahr zuvor gegründete Landsmannschaft Markomannia Passau den Aufnahmeantrag in den Coburger Convent stellte. Die Fusionsgespräche liefen erfolgreich, und so gab es seit 1984 für die Landsmannschaft Palaeomarchia Halle zu Passau wieder einen Aktivenbetrieb. Nach der Wende stellte sich die Frage, ob man wieder nach Halle zurückkehren sollte. Obwohl es für die Aktiven, die in Passau viel aufgebaut hatten, sicherlich sehr schwer fiel, entschied man sich dafür. Anfänglich trafen wir uns regelmäßig in verschiedenen Konstanten, später wurde eine Etage in der Phillip-Müller-Strasse gemietet und seit 1997 wohnen wir wieder in unserem alten Haus im Robert-Franz-Ring 9a.
 
Fechten
Wie alle Verbindungen im Coburger Convent sind wir pflichtschlagend. Jeder, der das Band der Landsmannschaft Palaeomarchia aufnimmt, muß im Laufe seiner Aktivenzeit drei Partien fechten, also drei mal "auf Menur stehen". Die Anzahl der Pflichtmensuren unterscheidet sich von Verbindung zu Verbindung, der CC schreibt konkret eine Mindestanzahl von zwei Partien vor. Jedoch steht es jedem Einzelnen frei, so oft zu fechten, wie er möchte! Jede Mensur, egal wie viele man schon hinter sich hat, stellt eine körperliche und moralische Herausforderung dar. Denn obwohl ernsthafte Verletzungen faktisch ausgeschlossen sind, besteht dennoch das kalkulierbare Risiko eines "Schmisses", einer sauberen Schnittverletzung durch des Gegners Klinge. Um dieser Herausvorderung gewachsen zu sein, absolvieren wir regelmäßige Paukstunden, in denen wir uns durch intensives Training auf die Mensur vorbereiten. Obwohl durch sportliche Fairness geprägt, hat das akademische Fechten nur wenig mit dem Sportfechten gemeinsam. So ist eine Mensur beispielsweise ein reines Hiebfechten, und die Fechter stehen sich, anders als beim Sportfechten, in fester Haltung gegenüber. Den Hieben des Gegners wird nicht ausgewichen, stattdessen werden diese mit dem geschützten Fechtarm und der Waffe, dem sogenannten "Schläger", pariert. Der Körper ist vom Hals an abwärts durch Bandagen und Kettenhemd geschützt, außerdem trägt der Paukant eine vergitterte Brille mit Nasenblech, deren Lederriemen zudem die Gehörgänge bedecken. Auf diese Weise ist die Trefferfläche auf Teile von Kopf und Gesicht begrenzt. Über Sinn und Zweck der Mensur in der heutigen Zeit gibt es innerhalb der schlagenden Verbindungen unterschiedliche Ansichten. Tatsache ist, dass sowohl die Partien als auch die zahlreichen Paukstunden das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Verbindung mehr stärkt, als jede andere gemeinsame Aktivität. Außerdem wird durch die Überwindung der Hürde, sich jemandem gegenüberzustellen, der ebenfalls mit einer scharfen Waffe ficht, das Selbstbewußtsein eines jeden enorm gestärkt. Wer wirklich etwas über das akademische Fechten erfahren will, dem kann dieser Bericht lediglich einen groben Überblick verschaffen, denn die tatsächliche Faszination, den "Kick", der dahintersteht, kann man nur erfahren, wenn man selbst auf Mensur steht!
 
Freundschaftsbünde

der eiserne ringDie L! Palaeomarchia ist Mitglied des Eisernen Rings (oder auch "Blechkartells"), zu welchem die Landsmannschaften Brandenburg Berlin, Ubia-Brunsviga Bochum, Ulmia Tübingen und Chattia Marburg gehören. Des Weiteren besteht mit der L! Franconia-Teutonia auf der Schanz zu Regensburg ein Freundschaftsverhältnis zwischen den Aktivitates. Zu Stiftungsfesten, regelmäßigen Treffen und anderen Anlässen besuchen wir uns gern. Jeder ist stets auf den Häusern der anderen Freundschaftsbünde willkommen, man findet dort jederzeit ein Obdach und ein kühles Bier vor. Wir arbeiten zusammen wo es geht und treten zum Dachverbandstreffen in Coburg gemeinsam auf.

 
Coburger Convent
Wappen CC-SchildDer Coburger Convent ist der Dachverband der Landsmannschaften und Turnerschaften in ganz Deutschland.

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